das besondere interview

Auf ein Wort mit Tom, Akimo und Bee

Als Autor erschafft man ja nicht nur eine Figur auf dem Papier, sondern haucht ihr auch Leben ein. Das ist sogar extrem wichtig, damit sie Tiefe bekommt. Sonst bleibt sie flach wie das oben erwähnte Papier. Manchmal kann man sogar erleben, wie die Charaktere lebendig werden – und ich meine hier lebendig im Sinne von lebendig. 

Deshalb habe ich die Helden meines Buches für ein kleines Interview zusammengerufen, um sie einmal direkt zu Worte kommen zu lassen. Viel Spaß mit diesem Interview, das ich mit Tom, Akimo und Bee geführt habe.

Ich: Hi Leute, schön, dass ihr alle hier seid.

Tom: Hi Marcus.

Akimo: Hallo.

Bee: Wie geht’s?

Ich: Danke, gut. Wie geht’s euch? Habt ihr euch einigermaßen erholt nach eurem ersten gemeinsamen Abenteuer?

Tom: Ja, geht so. Also ehrlich, das Ende hat mir einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Und mir brummt immer noch etwas der Kopf vom gegen den Zaun rennen. Da hättest du dir echt was anderes einfallen lassen können, womit ich den Weltensprung schaffe. Auf ein flauschiges Sofa hopsen, oder so.

Ich: Das wäre aber ganz schön langweilig geworden.

Tom: Hätte aber nicht so weh getan.

Ich: Sorry.

Tom: Schon gut.

Bee: Du rennst dazu gegen einen Zaun? Wie bekloppt ist das denn?

Tom: Lasst uns doch einfach über etwas anderes reden.

Ich: Okay. Mal unter uns, bei welchem Teil des Abenteuers hattet ihr am meisten Angst? Was war aus eurer Sicht das Gefährlichste?

Akimo: Also ich fand den Kampf mit Blaylock ziemlich übel. Immerhin hat er mir ganz schön zugesetzt.

Ich: Das ist wohl wahr. Ich hoffe, du bist wieder komplett gesund.

Akimo: Bin ja hart im Nehmen.

Bee: Die zweite Ebene hatte es ganz schön in sich. Wobei, wenn ich so drüber nachdenke… all die Zigtausenden Messingfresser zu sehen, wie sie über Ardesia und die Soldaten herfielen,… also ehrlich, da hatte ich die Hose ganz schön voll. Das war ziemlich beängstigend.

Ich: Und du, Tom? Jetzt sag nicht vor Marvin.

Tom: Ne, Marvin ist nur ein Wichtigtuer. Ich glaube, vor Peony.

Ich: Peony???? Warum das denn?

Tom: Naja, ich fand die schon ziemlich hübsch und so. Und ich dachte: Los, Tom, mach irgendwas, sag was. Irgendwas, das sie umhaut oder sie beeindruckt. (er räuspert sich verlegen) Hat aber nicht funktioniert.

Akimo: Du findest Peony heiß?

Tom: Heiß, naja… die hat auf jeden Fall was. Irgendwie… (er guckt immer noch verlegen, diesmal zur Decke)

Bee: Jetzt muss ich aber mal was fragen.

Ich: Mmh?

Bee: Wieso gibt es eigentlich keine Romanze in dem Buch? So’n bisschen Herzklopfen und so.

Ich: Gibt es doch. Du hast doch Tom gerade gehört.

Bee: Ne ne, das zählt nicht. Ich meine schon so mit anfassen.

Ich: Hättest du das gerne gehabt? Mit wem denn? Akimo etwa?

Bee: (schreit entrüstet auf) Wie bitte??? Im Leben nicht!!! Eher gehe ich ins geheime Kloster von Kerath oder fange was mit einem Bergtroll an.

Akimo: Wenn der dich mal nimmt, der Troll.

Bee: Was soll das denn heißen?

Akimo: Trolle sind auch nur begrenzt leidensfähig.

Bee: Warum verwandelst du dich nicht einfach in einen Mopp? Dann kannst du wenigstens nichts sagen und ich könnte mit dir mal so richtig den Boden aufwischen.

Tom: (zu mir) Das geht die ganze Zeit so, wenn die zu lange aufeinander hocken.

Ich: Echt? Oh Mist. Klingt anstrengend.

Tom: Ist es. Sag mal…

Ich: Mmh?

Tom: …wie geht es denn nun weiter?

Ich: Du meinst im zweiten Buch?

Tom: Genau.

Ich: Das werde ich hier doch nicht verraten.

Tom: Aber nicht, dass ich wieder die ganze Zeit vermoppt werde.

Ich: (gedehnt) Na-hein.

Tom: Na hoffentlich. Vielleicht einfach mal eine schöne Sightseeing-Tour durch Ardesia. So mit Sonnenuntergang am See, lecker Essen am Lagerfeuer…

Bee: Laaaangweilig.

Tom: Kommt auf’s Essen drauf an.

Ich: Aber ich fürchte, das will keiner lesen. Sieh mal, die Leute wollen ja aufregende Abenteuer erleben. Also, dass ihr sie erlebt. Das ist einfach spannender als ein Reisebericht – selbst wenn es ein Reisebericht aus Ardesia ist. Weißt du, was ich meine?

Tom: Ja, klar. Verstehe ich ja auch. Aber was passiert denn nun im zweiten Buch? Könntest ja wenigstens einen kleinen Hinweis geben.

Ich: Einen Hinweis? (ich überlege) Na gut, ich kann so viel versprechen, dass einige Dinge aus diesem Buch wieder wichtig werden. Und es wird sehr spannend. Und vielleicht (mit einem Seitenblick auf Bee), aber nur vielleicht, passiert ja auch was romantisches.

Bee: Jetzt hat der mir (sie nickt kurz in Akimo’s Richtung) die Lust auf Romantik total verdorben.

Akimo: Jetzt ist es wieder meine Schuld.

Bee: Akimo, es ist immer deine Schuld.

Akimo: (schaut mich an, deutet auf Bee und flüstert) Kannst du da was tun?

Ich: (kopfschüttelnd) Ich fürchte, das müsst ihr unter euch ausmachen.

Akimo: Hier wird einem aber auch nichts geschenkt.

Ich: Nö. Sagt doch mal, habt ihr irgendetwas aus eurem Abenteuer gelernt?

Bee: Zusammenhalt ist gut.

Akimo: Freundschaft ist wichtig.

Tom: Es kommt viel auf die innere Einstellung drauf an.

Ich: Was meinst du damit?

Tom: Am Anfang der Geschichte war ich so klein mit Hut, weil die Schrecklichen Sieben immer auf mir rumgetrampelt sind. Wegen meiner Behinderung und so. Aber es kommt nicht darauf an, Gewalt mit Gewalt zu begegnen. Es kommt darauf an, die Gewalt gar nicht erst zuzulassen. Wenn der andere merkt, dass sein Frust an dir einfach abprallt, dann hast du schon gewonnen. 

Ich: Das ist eine interessante Erkenntnis.

Tom: (grinst) Ist ja nicht so, dass ich mich nicht weiterentwickelt hätte.

Ich: (zurückgrinsend) Ich sehe schon. Was ist das da eigentlich um deinen Hals?

Tom: (holt eine Kette unter seinem T-Shirt hervor) Das ist das Amulett des Königs. Ich trage es ständig. (er stutzt) Seltsam…

Bee: Was ist das denn?

Akimo: Zeig mal.

Tom: (betrachtet das Amulett von Nahem) Die Zahnräder und Symbole darauf…

Bee: Sie bewegen sich!

Akimo: Haben sie das vorher auch schon getan?

Tom: Nein. Das ist neu. 

Bee: Was hat das zu bedeuten?

Tom: Keine Ahnung. (er schaut mich fragend an)

Ich: (zucke mit den Achseln) ???

Akimo: Sie formen sich um. Ich glaube, das ist eine Botschaft.

Bee: Lass mal sehen.

(sie drängen sich alle um das Amulett)

Tom: Kann das sein…?

Akimo: Ich glaube es nicht…

Bee: Das ist nicht gut…

Tom: (schaut mich an) Äh, Marcus, ich fürchte, wir müssen los. Da bahnt sich etwas an.

Ich: Jetzt sofort?

Akimo: Wir dürfen keine Zeit verlieren.

Bee: Jep. Tschüß.

Tom: Wir können das Interview ja nachholen.

Ich: Wann?

Tom: Wenn wir zurück sind.

Ich: Wovon zurück?

Tom: Von unserem neuen Abenteuer.

(alle drei stürmen hinaus)

 

Tja, so ist das. Erst sitzt man gemütlich zusammen und plötzlich ist man auf weiter Flur alleine. Ich hätte Dir, lieber Leser oder Leserin, gerne noch etwas mehr über die drei erzählt, aber wie Du gesehen hast, haben sie was Wichtigeres vor. Aber vielleicht erzählen sie uns von ihrem neuen Abenteuer, wenn sie zurück sind. Das heißt, wenn sie es überleben…

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Kommentare: 1
  • #1

    MamiAusLiebe (Mittwoch, 24 August 2016 20:41)

    Was für ein geniales Interview :D

    Das Amulett!!! aha... da bin ich ja gespannt!

    Akimo und Bee sind ja so süß zusammen :)